Neue Publikation: „Gameography: Videospiele als Gegenstand und Medium geographischer Bildung“
Mit dem Beitrag „Gameography: Videospiele als Gegenstand und Medium geographischer Bildung“ ist eine neue Publikation von Michael Morawski, Robert Lämmchen und Olaf Kühne erschienen.
Im Zentrum steht der Ansatz der Gameography, verstanden als geographische und geographiedidaktische Auseinandersetzung mit digitalen Spielen und Spielerfahrungen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Computerspiele längst einen wichtigen Bestandteil medialer Sozialisation darstellen und Spieler*innen dabei bewusst wie unbewusst mit räumlichen Ordnungen, gesellschaftlichen Konflikten, kartographischen Darstellungen und kulturellen Normen in Berührung kommen.
Der Beitrag fragt deshalb nicht lediglich danach, ob Games den Unterricht motivierender gestalten können, sondern vor allem, wann und unter welchen Bedingungen digitale Spiele einen fachlichen Mehrwert für geographische Bildungsprozesse besitzen. Thematisiert werden unter anderem reflexive Kompetenzen, Raum- und Kartendarstellungen, Cartographic Literacy, Gender, Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie gesellschaftliche und politische Weltbilder in digitalen Spielen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Interaktivität digitaler Spiele: Karten werden dort nicht nur gelesen, sondern hergestellt, verändert und strategisch genutzt. Spielwelten ermöglichen räumliche Entscheidungen und unmittelbare Rückmeldungen auf das eigene Handeln und eröffnen damit spezifische Zugänge zu Raum, Gesellschaft und Kontingenz.
Zugleich plädiert der Beitrag für einen kritisch-reflexiven Umgang mit digitalen Spielen. Gerade Vereinfachungen, Auslassungen und die in Games vermittelten Weltbilder können zu produktiven Gegenständen geographischer Forschung und Bildung werden.
Link zur Publikation: https://doi.org/10.1007/978-3-658-49574-9_19-1