Playing with Maps: Forschungsbeitrag auf der ECGBL 2026 vorgestellt
Am 2. Oktober 2026 haben Michael Morawski vom Institut für Geographie und Sachunterricht der Bergischen Universität Wuppertal und Alexandra Budke vom Institut für Geographiedidaktik der Universität zu Köln ihre gemeinsame Forschung auf der 20th European Conference on Games Based Learning (ECGBL 2026) in Darmstadt präsentiert.
Der Beitrag trägt den Titel „Playing with Maps: Ludic Cartographies as Epistemic Interfaces for Developing Cartographic Literacy in Geography Education“ und beschäftigt sich mit der Frage, welches Potenzial kommerzielle digitale Spiele für die Entwicklung kartographischer Kompetenz besitzen.
Ausgangspunkt der Untersuchung ist die besondere Funktion von Karten in digitalen Spielen. Anders als viele klassische Karten sind Game Maps unmittelbar mit Regeln, Zielen, Entscheidungen und Feedback verbunden. Spieler*innen nutzen Mini- und Weltkarten zur Orientierung, analysieren Ressourcen und räumliche Zusammenhänge, planen Handlungen oder verändern kartographische Darstellungen während des Spielens. Karten werden damit nicht nur betrachtet, sondern aktiv als Werkzeuge räumlichen Denkens und Handelns genutzt.
Die Untersuchung zeigt dabei unterschiedliche Schwerpunkte verschiedener Spielgenres. Strategiespiele bieten besonders umfangreiche analytische und interaktive Kartenfunktionen, während Open-World-Spiele Karten vor allem für Navigation und Orientierung einsetzen. In Shootern stehen schnelle Lageeinschätzung und Teamkoordination im Vordergrund.
Auf Grundlage der Analyse entwickelten Morawski und Budke ein Modell mit vier Ebenen kartographischer Kompetenz im Gameplay: vom Lesen und Dekodieren über die Analyse und strategische Interpretation bis hin zur aktiven Veränderung und Produktion von Karten.
Für die geographische Bildung ist dabei insbesondere ein Punkt entscheidend: Reflexion entsteht nicht automatisch durch Gameplay. Erst durch eine gezielte didaktische Einbettung können Spielerfahrungen mit geographischen Konzepten verbunden und für eine kritisch-reflexive Kartenkompetenz genutzt werden.
Der Vortrag auf der ECGBL 2026 bildete damit einen weiteren Baustein der Forschungsarbeiten zu Gaming, Geographie und digitaler Bildung.